Aktuelles

02.02.2026

Neue Ausstellung in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Seit dem 12. Dezember 2025 ist in den historischen Blöcken 8 und 9 die neue Hauptausstellung „Auschwitz – Erfahrungen der Häftlinge“ für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Sie bildet den ersten Teil einer umfassenden Neugestaltung der Dauerausstellung.

Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Themen:

Registrierung und Entmenschlichung
Der Weg vom Menschen zum Häftling: Ankunft im Lager, Verlust persönlicher Gegenstände, Ausgabe der Häftlingskleidung, Registrierung mit Nummer und Tätowierung. Originale Dokumente, Fotografien und Objekte veranschaulichen diesen Prozess eindringlich.

Neue Ausstellung im Block 9 des Stammlagers in Auschwitz, zu dem Thema „Auschwitz – Erfahrungen der Häftlinge“
Neue Ausstellung im Block 9 des Stammlagers in Auschwitz, zu dem Thema „Auschwitz – Erfahrungen der Häftlinge“

Lageralltag
Der Tagesablauf war geprägt von Appellen, Hunger, Zwangsarbeit, Kälte und permanenter Erschöpfung. Die Ausstellung macht deutlich, wie sehr der Alltag von Gewalt und Entbehrung bestimmt war.

Erfahrungen der Häftlinge
Thematisiert werden Hunger, Angst, Hoffnungslosigkeit, Abstumpfung und der allgegenwärtige Tod. Zitate von Überlebenden sowie künstlerische Arbeiten geben den individuellen Erfahrungen Raum.

In den kommenden Jahren sollen zwei weitere Teile folgen: eine Ausstellung zur Funktion von Auschwitz als nationalsozialistische Institution sowie eine eigene Präsentation zur Ermordung der Jüdinnen und Juden in Auschwitz.

Die neue Ausstellung bietet eine vertiefte Grundlage für Bildungs- und Studienreisen und erweitert die Möglichkeiten der historisch-politischen Vermittlung vor Ort erheblich.

27.01.2026

Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau

Am 27. Januar 2026 nahm ich an der Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung des deutschen nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau teil.

Die Gedenkfeier begann im ehemaligen Stammlager Auschwitz I und wurde anschließend im ehemaligen Lager Auschwitz II–Birkenau fortgesetzt. Im Mittelpunkt der Zeremonie standen die Stimmen der Überlebenden von Auschwitz, deren persönliche Zeugnisse und Erinnerungen eindringlich an die Verbrechen des Holocaust erinnerten und zugleich eine Mahnung für Gegenwart und Zukunft darstellten.

Auschwitz Lager Birkenau Blick auf die Lagerstrasse im Bauabschnitt BIb
Lagerstraße in Birkenau, zwischen den Abschnitten BIa und BIb

Die Veranstaltung fand in unmittelbarer Nähe historischer Orte statt, darunter die Ruinen der Gaskammern und Krematorien in Birkenau. In dieser besonderen Atmosphäre wurde deutlich, wie wichtig Erinnerung, Verantwortung und das Bewahren der historischen Wahrheit sind.

Auschwitz-Birkenau steht symbolisch für den industriellen Massenmord an mehr als 1,1 Millionen Menschen, von denen die große Mehrheit jüdische Männer, Frauen und Kinder waren. Das Gedenken an die Opfer dieses Ortes ist untrennbar verbunden mit der Verantwortung, Erinnerung wachzuhalten und jeder Form von Verharmlosung, Relativierung oder Vergessen entschieden entgegenzutreten. Diese Erinnerung bleibt eine Verpflichtung gegenüber den Ermordeten und den kommenden Generationen.

20.01.2026

81. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-Birkenau – Gedenken am 27. Januar 2026

Am 27. Januar 2026 jährt sich die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz zum 81. Mal. Dieser Tag erinnert weltweit an die Opfer des Holocausts und unterstreicht die Bedeutung der Erinnerung, die uns Orientierung, Warnungen und Einsichten über unsere Zeit hinaus vermittelt.

Die Hauptveranstaltungen finden in der Zentralen Sauna auf dem Gelände von Auschwitz II-Birkenau statt. Das Gebäude diente ab Dezember 1943 als Dezinfektionsstelle, Gefangenenbadehaus und Aufnahmestation für neue Transporte. In unmittelbarer Nähe befanden sich Baracken für das beschlagnahmte Eigentum der Opfer, sowie eine Gaskammer und das Krematorium IV.

Auschwitz-Tag der Befreiung
Über dem Eingangstor zum Stammlager Auschwitz brachten die Nationalsozialisten 1940 die Aufschrift „Arbeit macht frei“ an.

Die Gedenkfeiern konzentrieren sich bewusst auf die Stimmen der Opfer und Überlebenden. Politische Reden finden an diesem Tag nicht statt, um den Fokus auf das Gedenken zu legen.

Die offizielle Übertragung wird von Telewizja Polska (TVP) produziert und steht allen Medien kostenfrei zur Verfügung. Zudem wird die Veranstaltung live auf dem YouTube-Kanal des Museums gestreamt. Ein internationales Studioprogramm bringt weitere Perspektiven aus Polen und aller Welt ins Gedenken ein. Vor Ort wird ein offener Besucherbereich eingerichtet, da die Kapazitäten im historischen Raum begrenzt sind.

Weitere Informationen und organisatorische Hinweise finden Sie auf: 81.auschwitz.org.

Zur Erinnerung: Bei der Befreiung durch die Rote Armee befanden sich etwa 7.000 Gefangene im Lager. Während der gesamten Existenz von Auschwitz wurden durch die Nationalsozialisten rund 1,1 Millionen Menschen ermordet – hauptsächlich Juden, aber auch Polen, Sinti und Roma, sowjetische Kriegsgefangene und Menschen anderer Nationalitäten.

20.01.2026

Eisenbahnwaggon im ehemaligen Konzentrationslager, symbolisch für die Deportationen während des Holocaust. Bezug zur Wannsee-Konferenz 1942, Organisation des Völkermordes.

Wannsee-Konferenz – Bürokratie des Holocaust

Am 20. Januar 1942 versammelten sich in einer Villa am Berliner Wannsee 15 hochrangige Vertreter des NS-Staates, darunter Beamte der Reichsministerien, der SS und der Polizei. Ziel des Treffens war es, die Organisation und Koordination des Massenmords an den europäischen Juden systematisch zu planen.

Die Wannsee-Konferenz markierte nicht den Beginn des Holocaust. Der Massenmord hatte bereits begonnen. In den besetzten Gebieten der Sowjetunion waren die Einsatzgruppen aktiv, und in Kulmhof (Chelmno) wurden Menschen in Gaswagen ermordet. Das Vernichtungslager Bełżec befand sich im Bau. Der Holocaust war also schon „mobil“ im Gange, während der stationäre Massenmord vorbereitet wurde.

Die Konferenz diente der bürokratischen Organisation des Völkermordes. Dabei ging es um Zuständigkeiten, Deportationspläne und die Logistik für die Ermordung von etwa 11 Millionen Menschen. Protokolle zeigen: kein Teilnehmer erhob Widerspruch, keine Einwände wurden geäußert.
Dieser Umstand macht die Konferenz zu einem erschütternden Beispiel, wie Bürokratie und Gehorsam zur Verstärkung eines beispiellosen Verbrechens eingesetzt wurden.

07.01.2026

1,95 Millionen Besucher im Jahr 2025 – Gedenkstätte und Museum Auschwitz-Birkenau

Im Jahr 2025 besuchten etwas mehr als 1,95 Millionen Menschen die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau – ein Zuwachs von 7 % im Vergleich zum Vorjahr. Etwa 23 % der Besucherinnen und Besucher kamen aus Polen. Danach folgen Großbritannien, Italien, Spanien, Deutschland, die USA, Frankreich, Tschechien, Israel und die Niederlande.

„In Zeiten, in denen Informationen oft vereinfacht oder verfälscht werden, ist es besonders wichtig, die Geschichte von Auschwitz mit einer Führung kennenzulernen. Genau diese Form der Besichtigung wählten 9 von 10 Besucherinnen und Besuchern“, erklärt Dr. Piotr M. A. Cywiński, Direktor des Museums.

Haupttor des Stammlagers Auschwitz mit dem Schriftzug ‚Arbeit macht frei‘
Haupttor des Stammlagers Auschwitz mit dem berüchtigten Schriftzug "Arbeit macht frei".

Aktuell stehen 340 qualifizierte Führerinnen und Führer in 20 Sprachen zur Verfügung. „Dank ihnen wird der Besuch der authentischen ehemaligen Lagerbereiche zu einem Ort des Erinnerns, der auch unsere heutigen Entscheidungen prägen kann“, ergänzt Andrzej Kacorzyk, stellvertretender Direktor.

24.12.2025

Weihnachten in Auschwitz

Weihnachten 1942 brachte den Häftlingen des Konzentrationslagers Auschwitz keine Erleichterung. Auch im Stammlager Auschwitz I, während Auschwitz II-Birkenau bereits als Vernichtungslager fungierte, bestimmten Krankheit, Selektion und Tod den Alltag.

In den Blöcken 9, 19, 20, 21 und 28 des Stammlagers befanden sich die sogenannten Häftlingskrankenbauten (HKB). Häftlinge, die infolge von Zwangsarbeit, Unterernährung oder Krankheit arbeitsunfähig geworden waren – insbesondere die sogenannten „Muselmänner“ – meldeten sich beim Morgen- oder Abendappell und wurden in den Block 28 eingewiesen. Dort wurden sie von Häftlingsärzten untersucht, Krankenkarten angelegt, und die Betroffenen als Arztvorsteller registriert.

Der Lagerarzt SS-Hauptsturmführer Dr. Friedrich Entress selektierte diese Arztvorsteller. Ein Teil der Häftlinge wurde in den Krankenbau eingewiesen, der andere zur Tötung durch Phenolinjektionen bzw. Vergasung bestimmt.

Haupteingang Stammlager Auschwitz I mit Blockführerstube und Tor „Arbeit macht frei“
Haupteingang des Stammlagers mit Blockführerstube und Toraufschrift „Arbeit macht frei“

Da die Krankenbauten dauerhaft überfüllt waren, fanden regelmäßig Selektionen statt. Häftlinge, die länger als 14 Tage im Krankenbau lagen, galten als „nicht mehr arbeitsfähig“ und wurden ausgesondert.

Zu Weihnachten 1942 befand sich Dr. Entress im Urlaub. Unter den Häftlingen entstand die Hoffnung, dass es in dieser Zeit keine Selektionen geben würde. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Der SS-Oberscharführer und Sanitätsdienstgrad (SDG) Josef Klehr handelte in dieser Zeit eigenmächtig und aus eigenem Antrieb. Ohne Befehl und ohne formale Anordnung führte er im Block 21 Selektionen durch. Betroffen waren sowohl dort untergebrachte Häftlinge als auch Arztvorsteller aus dem Block 28. Mindestens 200 Menschen wurden von ihm ausselektiert und noch am selben Tag durch Phenolinjektionen ins Herz ermordet.

Die Häftlinge aus dem Block 21 wurden zunächst in den Hof zwischen Block 21 und Block 20 gebracht. Anschließend wurden sie einzeln in das sogenannte „Arbeitszimmer“ Klehrs geführt, das sich links im ersten Raum des Erdgeschosses befand. Dort tötete er sie mit einer Phenolinjektion ins Herz. Die Leichen wurden anschließend in das gegenüberliegende Zimmer verbracht und am Abend mit Rollwagen in das Krematorium transportiert.

11.11.2025

11. November 1941: Erste Massenhinrichtung in Auschwitz

Am 11. November 1941, dem 23. Jahrestag der Wiedererlangung der polnischen Unabhängigkeit, führten die deutschen Besatzer im Konzentrationslager Auschwitz die erste Massenhinrichtung an der sogenannten „Schwarzen Wand“ auf dem Hof von Block 11 durch.
An diesem Tag wurden 76 polnische Häftlinge erschossen – die meisten von ihnen Angehörige der polnischen Intelligenz und Mitglieder des Widerstands.

Historiker Dr. Adam Cyra vom Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau betont, dass die Nationalsozialisten das Datum bewusst gewählt hatten, um die Polen an einem für sie symbolträchtigen Nationalfeiertag zu demütigen.
Die Häftlinge wurden nackt, mit auf dem Rücken gefesselten Händen, durch einen Schuss in den Hinterkopf ermordet. Den Vollzug leitete der SS-Unteroffizier Gerhard Palitzsch, unter Anwesenheit des Lagerkommandanten Rudolf Höss.

Todeswand zwischen Block 10 und Block 11 im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz-Stammlager
Todeswand zwischen Block 10 und Block 11 im Stammlager Auschwitz, an der zahlreiche Häftlinge durch Erschießung ermordet wurden.

Unter den Opfern befand sich auch Tadeusz Lech, ein Student der Jagiellonen-Universität und Reserveleutnant, der laut einem Bericht des Häftlings Witold Pilecki kurz vor seiner Hinrichtung sagte: „Cieszy mnie chociaż to, że zginę 11 listopada“„Es tröstet mich, dass ich am 11. November sterbe.“

Diese erste Exekution markierte den Beginn zahlreicher weiterer Hinrichtungen, bei denen zwischen 1941 und 1943 mehrere tausend Polen an der Schwarzen Wand ermordet wurden.

09.11.2025

Symbolbild oder historische Darstellung der Reichspogromnacht vom 9. November 1938
Die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 markierte den Beginn der systematischen Verfolgung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland.

Erinnerung an den 9. November 1938 – Reichspogromnacht

Heute, am 9. November, erinnern wir an eines der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 brannten in ganz Deutschland Synagogen, jüdische Geschäfte wurden zerstört, Wohnungen geplündert, Menschen misshandelt, verhaftet und ermordet. Diese Gewalt war kein spontaner Ausbruch von „Volkszorn“, sondern ein gezielter, staatlich gelenkter Pogrom – die sogenannte Reichspogromnacht, lange Zeit auch als „Reichskristallnacht“ bezeichnet.

Der Auslöser war das Attentat des 17-jährigen Herschel Grynszpan auf den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath in Paris. Grynszpan handelte aus Verzweiflung: Wenige Tage zuvor hatte die sogenannte „Polenaktion“ begonnen, bei der rund 17.000 polnisch-jüdische Menschen – darunter auch seine Eltern – von der Gestapo festgenommen und an die polnische Grenze abgeschoben wurden.

Das NS-Regime nutzte den Tod vom Raths als Vorwand für eine lang geplante Welle der Gewalt. Was in jener Nacht geschah, war ein Wendepunkt: Aus Diskriminierung und Entrechtung wurde offene, staatlich organisierte Verfolgung – der Beginn des Weges in die Shoah.

27.01.2025

Gedenken in Auschwitz – 27. Januar 2025

Ich nahm an der internationalen Gedenkveranstaltung im ehemaligen deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz teil. An diesem Ort, der zum Symbol für das Leid und die Vernichtung von Millionen Menschen geworden ist, erinnerten Überlebende, Angehörige und Gäste aus vielen Ländern an die Opfer des Holocaust.

Der Internationale Holocaust-Gedenktag geht auf die Befreiung des Lagers im Jahr 1945 zurück: An diesem Tag erreichten Soldaten der Roten Armee Auschwitz und fanden rund 7.000 Überlebende vor; zuvor waren Zehntausende auf Todesmärschen in Richtung Westen getrieben worden. Insgesamt wurden in Auschwitz-Birkenau etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet – die meisten von ihnen Jüdinnen und Juden, aber auch Sinti und Roma, politische Häftlinge, Homosexuelle sowie Menschen mit Behinderung.

Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2025 in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zum Jahrestag der Befreiung
Gedenkveranstaltung am 27. Januar 2025 in Auschwitz-Birkenau zum 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers.

Das Lager bestand aus drei Hauptteilen: Auschwitz I (Stammlager), Auschwitz II – Birkenau (Vernichtungslager) und Auschwitz III – Monowitz (Arbeitslager für die IG Farben). Heute ist das Gelände eine internationale Gedenkstätte und Mahnung, die jedes Jahr Hunderttausende besuchen.

Die Stimmung während der Zeremonie war von Stille und Nachdenklichkeit geprägt. Zwischen den Baracken, an den Gleisen und am Mahnmal wird spürbar, welche unfassbare Geschichte dieser Ort trägt. Auschwitz erinnert uns daran, wie wichtig Erinnerung, Verantwortung und Menschlichkeit sind – heute mehr denn je.

Nie wieder Gleichgültigkeit. Nie wieder Hass. Nie wieder Auschwitz.

Bildungsreisen Geschichte

Gedenk- und Bildungsreisen zu den Orten der Shoah.