Schindler-Museum

Besichtigung der Oskar-Schindler-Fabrik in Krakau

Museum in der ehemaligen Emailwarenfabrik – Geschichte des Ghettos und der Rettungsaktionen

Oskar Schindler (1908–1974), geboren im mährischen Zwittau, war zu Beginn des Zweiten Weltkriegs Unternehmer in Krakau. Im Jahr 1939 übernahm er die Deutsche Emailwarenfabrik (DEF) in der Lipowa-Straße 4 – eine zuvor enteignete jüdische Fabrik. In dieser Zeit gelang es ihm in der „Emalia“, durch sein zunehmend entschlossenes Handeln, mehr als 1.100 jüdische Zwangsarbeiter vor Deportation und Tod zu bewahren. Damit wurde die Fabrik zu einem der bedeutendsten Orte ziviler Rettungsaktionen während der deutschen Besatzung.

Heute befindet sich in den historischen Gebäuden das Oskar-Schindler-Museum, das als Teil des Historischen Museums der Stadt Krakau eine eindrucksvolle Dauerausstellung zur deutschen Besatzungszeit präsentiert. Besucher erhalten dort einen umfassenden Einblick in das Leben im Krakauer Ghetto sowie in Schindlers Entscheidungen und Aktionen – wodurch das Museum zu einem der wichtigsten Erinnerungsorte der Stadt geworden ist.

Historische Fassade der Oskar Schindler Fabrik in Krakau, heute Museum
Die ehemalige Fabrik von Oskar Schindler, der über 1.000 Juden vor dem Tod rettete.

Führungen & Organisation – Museum, Ghetto Podgórze und KZ Plaszow

Haupttor des Krakauer Ghettos, Juni 1041 an der Limanowskiego-Straße
Haupttor des Krakauer Ghettos, Juni 1941

Wir unterstützen Besucherinnen und Besucher nicht nur bei der Organisation qualifizierter Führungen durch das Oskar-Schindler-Museum, sondern beraten sie auch bereits im Vorfeld umfassend. Darüber hinaus bieten wir Workshops, Seminare und thematische Programme an, die einerseits die Lebensumstände der jüdischen Zwangsarbeiter in der Fabrik beleuchten und andererseits das kulturelle sowie gesellschaftliche Leben der jüdischen Gemeinde in Krakau vermitteln.

Unsere Angebote richten sich an Einzelpersonen, Schulklassen, Vereine und Gruppen, die auf Wunsch ihre Besuche mit Rundgängen durch das jüdische Viertel Kazimierz oder alternativ mit Besichtigungen des Geländes des ehemaligen deutschen Konzentrationslagers Plaszow kombinieren möchten.

Unsere Angebote – Führungen und Besichtigungen zu Oskar Schindler, Ghetto Podgórze und KZ Plaszow

Als Anbieter von Bildungs- und Gedenkprogrammen helfen wir Ihnen, die Geschichte Krakaus während der NS-Zeit und die außergewöhnlichen Handlungen Oskar Schindlers kennenzulernen. Unsere Programme verbinden Geschichte, Erinnerung und Begegnung – vor Ort mit fachkundiger Begleitung.

Wir bieten:

  • Unterstützung bei der Organisation deutschsprachiger Führungen durch das Oskar-Schindler-Museum. Dazu gehören Schindlers Büro und nachgestellte Räume des Krakauer Ghettos.

  • Besichtigungen des Ghettos Podgórze. Dazu zählen der Bohaterów-Getta-Platz mit den bronzenen Stuhl-Skulpturen und erläuternde Informationen zur Geschichte des Ghettos.

  • Führungen über das Gelände des ehemaligen KZ Plaszow, heute Teil des Museums KL Plaszow. Die Freiluftausstellung zeigt Häftlinge, Arbeitsstätten und den Lageralltag.

  • Thematische Rundgänge zum jüdischen Leben vor dem Krieg, zur Nachkriegszeit und zu den Rettungsaktionen Schindlers.

  • Kombinationen mit Besuchen der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, um die Geschichte regional und international einzuordnen.

  • Unterstützung bei der pädagogischen Vorbereitung für Schulklassen, Gruppen und Bildungseinrichtungen.

Unsere Programme vertiefen historisches Wissen und machen zugleich den lebendigen Geist jüdischer Kultur in Europa erfahrbar.

Das Krakauer Ghetto Podgórze

Das Ghetto Podgórze bestand von 1941 bis 1943 und war damit eine tragische Station auf dem Weg zur Vernichtung der jüdischen Bevölkerung Krakaus. Vor Kriegsbeginn lebten in Krakau über 64.000 Juden, also etwa ein Viertel der gesamten Stadtbevölkerung. Nachdem die ersten Deportationen stattgefunden hatten, blieben jedoch nur noch rund 16.000 Menschen zurück. Daraufhin verfügten die deutschen Besatzungsbehörden am 3. März 1941 die Einrichtung eines sogenannten „Jüdischen Wohnbezirks“ im Stadtteil Podgórze, in den die verbliebenen Juden zwangsweise umgesiedelt wurden.

Insgesamt umfasste das abgeriegelte Gebiet 320 Häuser, die zuvor von anderen Einwohnern und Betrieben genutzt worden waren. Lediglich die Adler-Apotheke unter der Leitung des Polen Tadeusz Pankiewicz blieb als nichtjüdisches Geschäft bestehen und wurde zugleich zu einem wichtigen Ort der Hilfe und Beobachtung. Das Ghetto war von einer drei Meter hohen Mauer umgeben, deren Rundbogenbekrönung an jüdische Grabsteine erinnerte und somit eine bedrückende Symbolik trug.

Die Liquidierung des Krakauer Ghettos und der Weg nach Plaszow

Der Ausbruch oder das Verlassen des Ghettos ohne Passierschein war ab Oktober 1941 mit der Todesstrafe bedroht, und auch die Hilfeleistung durch Nichtjuden wurde strengstens geahndet. Dadurch lebten die Menschen im Ghetto unter ständiger Gefahr. Zudem prägten Hunger, Überbevölkerung und die systematische Ausgrenzung das tägliche Leben der Bewohner. Zwischen Juni und Oktober 1942 kam es zu brutalen Aussiedlungen und sogenannten „Menschenjagden“, bei denen zahlreiche Menschen – unter anderem der bekannte Liedermacher Mordechaj Gebirtig – ermordet wurden.

Am 13. und 14. März 1943 erfolgte schließlich die endgültige Liquidierung des Ghettos. Etwa 6.000 arbeitsfähige Juden wurden in das KZ Plaszow deportiert, während gleichzeitig Alte, Kinder, Kranke und die Patienten des Waisenhauses auf dem Zgody-Platz ermordet oder in das Vernichtungslager Auschwitz gebracht wurden.
Heute erinnert der Bohaterów-Getta-Platz mit seinen bronzenen Stuhl-Skulpturen an die entvölkerten Straßen des ehemaligen Ghettos. Darüber hinaus findet dort jedes Jahr am 13. und 14. März ein Gedenkmarsch statt, der die historische Strecke vom Platz der Ghettohelden zum ehemaligen KZ Plaszow nachzeichnet – also genau jenen Weg, den die Bewohner während der Liquidierung gehen mussten.

KZ Plaszow – Zwangsarbeitslager und Konzentrationslager

Großes Mahnmal auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Plaszczow in Krakau
Monumentales Denkmal zum Gedenken an die Opfer des KZ Plaszczow.

Das Zwangsarbeitslager Plaszow entstand im Herbst 1942 auf dem Gelände zweier aufgelassener jüdischer Friedhöfe in Podgórze und Wola Duchacka und wurde später, im Jahr 1944, offiziell zum Konzentrationslager Plaszow erweitert. Ursprünglich auf etwa 5 Hektar angelegt, wuchs es später auf rund 80 Hektar an und beherbergte über 20.000 Häftlinge, die vorwiegend aus Krakau, aber auch aus Ungarn und der Slowakei stammten. Die Gefangenen mussten unter anderem in Werkstätten, in der Ziegelei und bei Schindlers Fabrik arbeiten.

Der berüchtigte Lagerkommandant Amon Göth war für seine extreme Brutalität bekannt. Massaker an Gefangenen, persönliche Erschießungen sowie unmenschliche Arbeitsbedingungen führten zu Tausenden Todesfällen. Während der Vorbereitung auf die Evakuierung des Lagers im Januar 1945 wurden die meisten Häftlinge in Auschwitz und andere Vernichtungslager deportiert. Nur eine kleine Gruppe, darunter die 1.100 Juden von Schindlers Liste, überlebte glücklicherweise.

Heute erinnert das Museum KL Plaszow auf dem ehemaligen Lagergelände an die Opfer, und eine Freiluftausstellung mit 19 Tafeln dokumentiert historische Fotos, Berichte von Überlebenden sowie detaillierte Informationen zu den Arbeitsstätten und den Lebensbedingungen der Häftlinge.

Ein Besuch des Oskar-Schindler-Museums, des Ghettos Podgórze sowie des ehemaligen KZ Plaszow in Kombination mit der Besichtigung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau bietet einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte des jüdischen Lebens in Krakau, zeigt zugleich die Rettungsaktion Oskar Schindlers und verdeutlicht die Tragödie des Holocaust.
Wir von bildungsreisen-geschichte.de laden Sie herzlich ein, diese Orte des Erinnerns und Lernens gemeinsam mit uns zu entdecken, und wir unterstützen Sie gerne bei der Planung Ihrer Bildungsreise sowie begleiten Sie vor Ort mit erfahrenen Reiseleitern.

Oskar Schindler Museum Krakau

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